Medienlog 10. bis 12. September 2018

Ein weiterer, vielleicht der endgültige Nackenschlag gegen unabhängigen Journalismus in der Türkei: Die Stiftung hinter der traditionsreichen Zeitung Cumhuriyet wurde von Gegnern einer kritischen Berichterstattung übernommen. Der Chefredakteur und einige Kollegen mussten sofort gehen, andere Redakteurinnen und Redakteure haben das Blatt freiwillig verlassen.

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Medienlog 4. bis 7. September 2018

Dass Trump sich über den anonymen Text in der New York Times aufregen und die Offenlegung des Namens fordern würde, war zu erwarten. Neben der NYT hat sich auch die Washington Post auf anonyme Quellen gestützt. Deswegen ist dort die Debatte um die Glaubwürdigkeit der beiden Zeitungen entbrannt. Denn in den USA ist es sehr viel unüblicher als in Deutschland, wo Medien sich gerne auf die berühmten „gut unterrichteten Kreise“ berufen.

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Medienlog 30. August bis 3. September 2018

Drei Monate war der US-amerikanische Journalismusforscher Jay Rosen in Deutschland und hat sich angeschaut, wie Medien hier arbeiten, auf welchem Selbstverständnis sie basieren. Sein Fazit fasst er unter anderem in einem Brief an die deutschen Journalistinnen und Journalisten zusammen. Eine Erkenntnis: „Die fünfte Säule – sei cool, distanziert und objektiv – steht in einem erkennbaren Spannungsverhältnis zur vierten Säule: Verteidige die Demokratie und tritt für die Würde aller Menschen ein. Dieses Spannungsverhältnis ist produktiv. Lernen Sie, damit umzugehen. Vertrauen Sie niemandem, der es beseitigen will.“

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Medienlog 27. bis 29. August 2018

Die Vorgänge in Sachsen und die Pressefreiheit bleiben als Themen aktuell. Gegen Journalisten gerichtete Gewaptfantasien einer AfD-Untergruppierung kommen hinzu.

Aber wie gut gehen Medien mit allen diesen Themen um? Das diskutieren Journalistinnen und Journalisten  untereinander zum Beispiel auf Twitter. Das hat sich aber auch der US-Journalismusforscher Jay Rosen gefragt, der gerade drei Monate in Deutschland verbracht hat. Sein Fazit: So richtig wissen deutsche bzw. europäische Medien noch nicht, wie sie mit Rechtspopulismus umgehen. Aber sie seien bei diesem Thema schon weiter als in den USA.

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Medienlog 20. bis 22. August 2018

Der Polizeieinsatz gegen ein ZDF-Team in Dresden sorgt weiter für Kritik. Kann es wirklich sein, dass die sächsischen Einsatzkräfte so wenig von Pressefreiheit  wissen? Und dass sie das sichere Arbeiten von Journalistinnen und Journalisten dem sächischen Miniterpräsidenten Michael Kretschmer so egal ist? Gerade wird auch noch bekannt, dass der der Pegida-Demonstrant, der das Kamerateam angegriffen und die Polizeit gerufen hat, ein Mitarbeiter des LKA Sachsen war.

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Medienlog 13. bis 15. August 2018

Die einen freuen sich über die Riesenreichweite, die anderen sorgen sich um echte Medienvielfalt: Immer weniger Zeitungen produzieren ihren Mantelteil noch selbst. Diesen Trend zu immer größeren Einheiten schaut sich ZAPP heute Abend an.

Beim Spigel rücken Print- und Online-Einheit gesellschaftsrechtlich schon mal näher zusammen. Das ist eine Voraussetzung, um dann irgendwann auch die Redaktionen zusammenführen zu können.

Die taz freut sich über einen Spendenrekord und denkt trotzdem schon mal darüber nach, wie das Leben ohne Print aussehen könnte.

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Medienlog 10. und 11. August 2018

„Darf man das menschenverachtend nennen? Darf man das noch Journalismus nennen?“ fragt@nicolediekmann, ZDF-Reporterin, nachdem die Bild freudig erregt zu sein schien,  dass Assma Assad, die Frau des syrischen Diktators, an Brustkrebs erkrankt ist. Während die Zeitung von Gottesstrafe faselt, beschäftigt sich jetzt der Presserat mit der Berichterstattung.

Auch wenn ich manche Zeitungen für komplett überflüssig halte, freue ich mich über das Ergebnis einer Studie, die Printmedien eine Zukunft voraussagt.

Die Deutsche Welle schränkt ihr Kommentarfunktion bei Meinungsstücken ein, weil das Niveau der Drohungen und Beleidigungen unerträglich geworden seien.

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Übrigens: Nur zwei Antworten auf Diekmanns Frage sind richtig. Ja, das ist menschenverachtend. Nein, das ist kein Journalismus mehr.

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Medienlog 9. August 2018

Nachdem mehrere Plattformen die Inhalte von Verschwörungstheoretiker Jones verbannt haben, beschwört Twitter die Redefreiheit und verzichtet die Sperrung. Zugleich trendet die Infowar-App im Google Play Store.

Soviel zur Frage, wie Inhalte zu den Nutzern kommen. Dazu passen auch ein paar Blicke in die Zukunft: Welche Printmedien bleiben relevant? Findet Roboterjournalismus Akzeptanz beim Publikum? Entwickeln Messenger sich noch zu einem relevaten Vertriebskanal zu Medieninhalte? Und müssen Internetkonzerne Terrorinhalte künftig löschen?

A prospos Zukunft: In „Zurück in die Zukunft II“, aber auch in vielen weiteren amerikanischen Filmen und Serien taucht durch die Jahrzehnte immer mal wieder eine bestimmte Zeitung auf. Über dem Bild einer lächenden jungen Frau ist zu entziffern : „Sie ist das dritthellste Köpfchen – aber ein schwer zu sehendes ‚Mädel'“. Was es damit auf sich hat, verrät Spiegel Online in seiner Rubrik einestages.

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Medienlog 4. bis 8. August 2018

Wenn Spiegel online mit der Meldung „Mit Lippenstift zur jüngsten Milliardärin der Welt“ aufmacht, kann das ein Zeichen fürs Sommerloch sein oder für den journalistischen Untergang des Hamburger Magazins. Stabil halten sich die Straßenzeitungen in Deutschland, auch wenn für die Digitalisierung sie ziemlich herausfordert . Weniger anspruchsvoll sind inzwischen die Sommerinterviews mit Politiker*innen  – wenig Inhaltliches, stattdessen viel Blabla und heiße Luft. Und das ist nicht nur eine Frage des Wetters. Das alles und noch viel mehr, wie immer neu oder aktualisiert im #medienlog.

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Medienlog 2. und 3. August 2018

Wo gibt es denn sowas? Journalist*innen sollen bezahlen, wenn sie berichten wollen. Das gab es noch nie: dass ein schwarzer Fotograf (und schon gar nicht eine schwarze Fotografin) das Titelbild für die Vogue fotografiert hat. Das gibt es wohl auch nicht oder vielleicht auch doch:  eine  Doku über schwarze Menschen in Wien und ihre Erfahrungen mit Rassismus. Das alles und noch viel mehr, gibt es wie immer neu oder aktualisiert im #medienlog.

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Medienlog 26. Juli bis 1. August 2018

Mit der Pressefreiheit hakt es wieder – in Ungarn, in der Türkei, in Kolumbien und auf den Philippinen.

In den USA ist die Situation gespalten. Hier können „unangemessene Fragen“ dazu führen, dass man von Pressekonferenzen des Weißen Hauses ausgeschlossen wird. Zugleich profitieren einige Qualitätsmedien von der politischen Situation.

Und Deutschland? Ist einerseits „die beste Medienschule“ und andererseits lassen Journalisten sich vom Rechtpopulismus in Versuchung führen.

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Medienlog 19. bis 21. Juli 2018

„Would“ oder „would not“: Egal, was Herr Trump sagt, die Medien sind schuld, wenn er es anders meint. Retten oder lassen. Der Zeit-Artikel spaltet nicht nur Facebooker und Twitterer, sondern auch die Medien selbst. News oder Smartphone. Geht beides für Jugendliche. Das alles und noch viel mehr, wie immer neu oder aktualisiert im #medienlog.

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Medienlog 16. bis 18. Juli 2018

Wenn die EU-Richtlinie zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen so umgesetzt wird, wie es derzeit geplant ist, könnte dies den investigativen Journalismus stark gefährden. Denn nach jetzigem Stand stehen Unternehmensinteressen wesentlich stärker im Mittelpunkt als beim derzeit geltenden Recht.

Die bisherige juristische Abwägung zwischen dem Interesse der Öffentlichkeit, der Pressefreiheit und den Interessen der Betroffenen würde dadurch verschoben. Investigative Recherchen, vor allem aber die Veröffentlung der Ergebnisse, würden deutlich erschwert. Vieles müsste dann vor Gericht durchprozessiert werden, um überhaupt – und dann mit großer Verzögerung – ans Licht der Öffentlichkeit zu gelangen.

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Medienlog 6. bis 8. Juli 2018

Schon wieder sind in der Türkei Journalisten zu  mehreren Jahren Gefängnis verurteilt worden. Knapp 62 Prozent der deutschen Tageszeitungen werden von nur zehn Verlagsgruppen herausgegeben. Lokaljournalismus sollte mehr  als Lobhudelei des Bürgermeisters. Das alles und noch viel mehr, wie immer neu oder aktualisiert im #medienlog.

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Medienlog 28. Juli bis 5. Juli 2018

Den Untergang der Meinungsfreiheit beschreien beide Seiten: Gegner und Befürworter sind in eine Meinungsschlacht um Urheberrechtsreform ud Leistungsschutzrecht auf EU vertieft.

Um Meinungsfreiheit geht es auch in den Diskussionen um die Social-Media-Richtlinie des ORF: Dürfen Journalisten twittern, was sie persönlich denken, oder geben sie das Recht auf eine öffentlich erkennbare Haltung mit der Unterschrift auf dem Redakteursvertrag ab?

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